Bleau, die Zweite

1. Oktober 2017, 20:15 Uhr | geschrieben von Christoph








Auch im September zog wieder eine Abordnung des KVB ins gelobte Land. Noreen blieb leider daheim, da die Zwillinge derzeit nur kürzere Autofahrten mitmachen und auch sonst rund um die Uhr auf sich aufmerksam machen. So spannte ich Wohnwagen an, um als alleinerziehender Vater mit den Mädels die vorgereisten Gartenzwerge zu unterstützen.

Das Wetter war vor allem in der ersten Woche recht launisch, was aber der Stimmung kaum Abbruch tat.

Jung und Alt boulderten abwechselnd oder ernteten Pilze. Außerdem wurden die Beinmuskeln trainiert, weil die meisten Zustiege ökologisch korrekt per Velo zurückgelegt wurden.

Nachdem die Gartenzwerge die Heimreise angetreten hatten absolvierte Helene ihren ersten kompletten Parcours am Canche aux Merciers, inklusive Kaminen und Kriechband, so dass ihrer Bleausarden-Karriere nichts mehr im Weg stehen dürfte.

Danach verbrachten wir noch eine Woche Badeurlaub in der Carmarque mit Meer, Pferden und Flamingos. Mit etwas Glück wiederholen wir das ganze nächsten Juni nochmal mit Mama und den Brüdern.

Font 4.0

23. April 2017, 15:00 Uhr | geschrieben von Enrico

Manu: Ostern nach Bleau – ist das nicht viel zu kalt?! Enrico: Neeeiin – ideale Bedingungen (tagsüber, wenn die Sonne scheint) ;-). Nun, die Sonne hat es gut gemeint und der Regen beschränkte sich auf wenige Tropfen. Aber von den Anfangs noch 24 Celsiusgraden blieben am Ende kaum 10 auf dem Thermometer, nachts sogar nahe am Gefrierpunkt – deutlich außerhalb der familiendurchschnittlichen Komfortzone. Zum Trost gab es den gerühmten Bleau-Grip, sodass durch den 6ten Bleau-Grad geklettert werden konnte, darunter u.a. 6a-Klassiker wie “La Marie Rose” und “Le Nescafe” in Bas Cuvier, “L’amoche doigt 6b” und “Code Secret 6b” aus dem weißen Parcours sowie, “Le Bivouac de Pilou” 6c+” in Franchard Isatis. In der Sandwüste von Canche aux Merciers fiel mit “Parabellum” sogar die erste Bleau 7a im Flash. Ausdauer war auch gefragt, z.B. beim Warten auf die Zeltplatzpizza, beim Anstehen an der Dusche, beim Suchen der Zwillinge im Blockgewirr und im Blauen N°4 von Le Bois Rond, unserem ersten vollständigen Bleau-Parcours mit 33 Bouldern zwischen 4a und 5b. (PW = bleau)

https://vimeo.com/219589436

https://vimeo.com/219587536

 

Res´n-Hof

6. April 2017, 19:32 Uhr | geschrieben von Gundula

Nachdem unser Winterurlaub sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist, haben wir es die Woche darauf mit Klettern im Fraju probiert. Und siehe da, der Wettergott war gnädig gestimmt und gönnte uns 5 Tage Sonnenschein bei idealen Temperaturen. Zum Einklettern ging es wie immer an die Hartensteiner Wand, danach folgten noch Weißenstein (kaum Seilschaften unterwegs, dafür viel Sonne), Bärnhofer Wand, Steinberg (das war das letzte Mal) und noch mal Hartensteiner Wand, diesmal im rechten Wandteil. Während die lieben kleinen gemütlich gespielt haben, schrubbten Steinchen und ich fix ein paar Routen um danach zügig zurück zum Resnhof zu Kaffee und Kuchen, Tieren, Trampolinen, Sand und Kartfahrten zu kommen. Fazit: man müsste mal wieder etwas trainieren…

40!

17. März 2017, 21:16 Uhr | geschrieben von Enrico

Wie doch die Zeit vergeht! Insbesondere an den Kindern wird dies offensichtlich – die Jungs werden im Herbst bereits 5 und Yara in 3 Monaten 12! Zwölf Jahre Kinderbetreuung, ohne dass wir je auch nur ein kinderfreies Wochenende gemeinsam verbracht hätten! Damit stand das Geburtstagsgeschenk der Großeltern fest und der Plan, wie denn die Freizeit zu nutzen sei, war ohnehin bereits klar. Klettern in den hohen und sonnigen Wänden des Sarcatals war angesagt! Manu’s Erfahrung in Mehrseillängenrouten beschränkt sich auf wenige Routen im Elbsandstein, wo wohl die Höllenhund Talseite mit 2 Ständen die längste Route gewesen sein dürfte. Aber auch dieses Ereignis liegt bereits wieder 9 Jahre zurück. Ihre daher verständliche Skepsis konnten wir schließlich mit einer guten Routenauswahl in Verbindung mit einem entspannten Zeitplan zerstreuen.

Noch am Donnerstag Abend ging es über den Brenner und nach einem zünftigen Bulli-Biwak wurden bei Sonnenschein und 20°C die 7 Seillängen der ‘La Cengia Rossa’ (5c/S1/I) geklettert. Bereits am frühen Nachmittag standen wir wieder an unserem Ausgangspunkt, sodass genügend Zeit für den obligatorischen Einkaufsbummel, Eis und Geburtstagspizza blieb. Nun ausgestattet mit Halbseilen ging es am nächsten Tag an den Piccolo Dain. Um dem morgendlichen Wind zu umgehen, dehnten wir das Frühstück aus, was sich in dieser Plaisirwand als Fehler erweisen sollte. Nach einer Diskussion mit unverschämt dämlichen Schluchtis, war nach kurzen Wirren der Weg schließlich frei für ‘Amazzonia’ (11 SL, 5C/S1/I). Auch nach der Winterpause eine entspannte Kletterei mit guten Standplätzen und teilweise luftigen Abstieg über den Rückweg eines Klettersteiges. Spektakulär vor allem der direkte Einblick in die 400 m-Mauer der Südwand mit Projekten für zukünftige Gardaseereisen!

Amazzonia

Cengia Rossa

Anklettern am Hohenstein

11. März 2017, 19:33 Uhr | geschrieben von Gundula

Anfang März zog es die Gartenzwerge in Begleitung der Oma an den Hohenstein im Odenwald. Dieser zeichnet sich durch einen kurzen Zustieg, eine sonnige Wand (wenn kein Laub auf den Bäumen) und kinderfreundliche Routen aus. So kommen auch weniger geübte Vorsteiger mal zum klettern und Thea freute sich über ihre Gipfelbesteigung, währen Jonathan durch den Wald stromerte.

Mikrokosmos Teufelsstuhl

16. Oktober 2016, 14:04 Uhr | geschrieben von Enrico

KfaD-66aVor 5 Jahren – fünf in Worten – also 2011, umrundeten wir zum ersten Mal den damals noch nahezu unerschlossenen Teufelsstuhl. Sofort war klar, dass im Bereich der überhängenden Südostkante mit dem größten Widerstand und damit mit den besten Routen zu rechnen sein wird. Bei den ersten Einsätzen mit Bohrmaschine und Verbundkleber und den folgenden erfolglosen Versuchen sprach Nils, beeindruckt vom gleichnamigen Kletterporno dieser Zeit, scherzhaft von der ‘Kingline’ an diesem Fels.

Die Zeit verging, ausgefüllt mit Aufgaben aus dem familieren und beruflichen Umfeld, ohne dass ernsthaft an der Kante probiert werden konnte. Die knappe Freizeit wurde stets für konsumfreundlicheres Gelände und Klettern nach Zahlen genutzt. Überraschend dann das Angebot von Alex, das trockene Herbstwetter für einen ernsten Angriff zu nutzten und damit auf eigene Projekte zu verzichten – vielen Dank dafür!

Im Bewußstsein der vermutlich einzigen und letzten Großchance für 2016, wurde in 3 Versuchen die optimale Lösung ausgetüftelt, geputzt und letztlich rotpunkt durchstiegen. Die Kletterei ist selbst für Juraverhältnisse nicht von der Stange. Der Abschlusswulst erfordert einen trickreichen Boulder mit trittfreiem Hangelausstieg. Entsprechend die Emotionen am Ausstieg, die sich noch einmal deutlich vom üblichen Umlenkerklippen unterschieden. Aufwand, Spannung, Zweifel – aufgestaut über die Zeit, wurden schlagartig frei!

Auf dem Heimweg am Waldrand, beim Verlassen des selbstgewählten Mikrokosmos wird klar, dass die Euphorie nur im Kontext ihre Existenzberechtigung hat. Dies findet im Routenname, sozusagen als Parodie auf den Vorschlag von 2011, Ausdruck: King for a Day 

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Sandsteinmonat

1. Oktober 2016, 21:58 Uhr | geschrieben von Steinchen

Elternzeit ist Kletterzeit. Nachdem dieser Grundsatz im ersten Monat etwas vernachlässigt wurde, gingen wir die Sache im zweiten Monat (Mitte August bis Mitte September) konzentrierter an. Erst Vorbereitung und Gewöhnung an den Sandstein in Sachsen, dann Entspannung und Ausklingen in Bleau. Am ex-heimischen Elbe-Fels wurde nicht viel aber beständig geklettert. Neben bekannten und vergessenem waren auch eine Reihe neuer Touren dabei (alles in moderaten Graden).
Auch beim mittlerweile fünften Bleau Besuch gab es wieder mehrere neue Gebiete. Thea war jeden Tag eifrig auf der Suche nach schönen Blöcken, Jonathan genoss die (nicht so sehr beaufsichtigte) Zeit im Wald und wir konnten manchen Boulder klettern oder sacken. Bestes Wetter erlaubte regelmässige Abkühlung im Zeltplatz-Bad.

Nachtrag: Pfalz im Juli/August

1. Oktober 2016, 21:02 Uhr | geschrieben von Steinchen

Zwischen den Elternzeitmonaten blieb im Juli/August zweimal Zeit, endlich mal in die Pfalz zum Klettern zu fahren und zu bärenbrunnern. Mit Pohls gab es einen Tag an den Büttelfelsen. Mit Barbara wurde der Lauterschwaner Rappenfels (Sächsische Manier und Nachbarn) und die Fladensteine (Hans im Glück, Direkter Südriss und linke Neutour) belagert. Das bewährte Seebad bot angenehme Abkühlung.

Gill Swing

26. September 2016, 21:01 Uhr | geschrieben von Enrico

Gill Swing – Inmitten der Bergseite über Dachüberhang (2H) zu Rißspur, diese weiter (H, S) zum abschüssigen BAnd (H) und den Normalweg kreuzend über Überhang direkt empor (2H, SU) z.G. – A2/V (10) So liest sich unser Freitagsprojekt noch im Fränkischen Kletterbuch von Rudl Buchner. Tatsächlich handelt es sich um einen Boulder von Flipper Fietz, der in den 80’ern von John Bacher zur Route erweitert wurde. Heute enden die explosiven Einstiegsmeter in einem verdreckten und vermosten Hakenmuseum, in das man nur mit triftigen Gründen einsteigen sollte. In unserem Fall war es die dauerbelegte Talseite und der Wunsch nach einem schnellen Neuner. Der Erfolg stellte sich dann dennoch erst kurz vor Sonnenuntergang ein – allerdings nicht ohne Fels und den Altvorderen ordentlich Haut und Tastsinn des Mittelfingers zu opfern. Leitspruch des sichernden Nils W.: “pain is temporary, glory lasts forever”!

Herbst an der Steinschleuder

25. September 2016, 22:25 Uhr | geschrieben von Micha

Bei fast zu warmen Wetter waren MichaW und ich gestern an der Steinschleuder. Zuerst war die Wünschelrute Ziel des Ansturmes und danach der Herbstweg mit originalem Einstieg. An der Wünschelrute geht es vom Band “von 0 auf 100 in 3 Metern”, wie Micha meinte. Aber dafür fast südfranzösisch gesichert. Im Herbstweg gibt es nach dem Nachholen eine schrecklich lose Struktur, die zu umgehen doch etwas zeit gekostet hatte. Die Kletterei war für den angegeben Grad da oben am Ring (VIIb) relativ schwer. Da war der Einstieg mit VIIIa unten leichter. Trotzdem Micha erst ab Mittag Zeit hatte, hatten wir vor dem Sonnenuntergang noch Zeit, am Mönch die Arbeitsteilung bis zum Absatz zu reißen. 3 Ringe auf 15 Meter, als quasi Sportkletten. Erst schöne kleine Löcher und Plättchen, dann ab dem 3 Ring sandige Plattenstapel. Leider war danach in Rathen (ca. 18:30 Uhr) kein Eisladen mehr offen.