Mikrokosmos Teufelsstuhl

16. Oktober 2016, 14:04 Uhr | geschrieben von Enrico

KfaD-66aVor 5 Jahren – fünf in Worten – also 2011, umrundeten wir zum ersten Mal den damals noch nahezu unerschlossenen Teufelsstuhl. Sofort war klar, dass im Bereich der überhängenden Südostkante mit dem größten Widerstand und damit mit den besten Routen zu rechnen sein wird. Bei den ersten Einsätzen mit Bohrmaschine und Verbundkleber und den folgenden erfolglosen Versuchen sprach Nils, beeindruckt vom gleichnamigen Kletterporno dieser Zeit, scherzhaft von der ‘Kingline’ an diesem Fels.

Die Zeit verging, ausgefüllt mit Aufgaben aus dem familieren und beruflichen Umfeld, ohne dass ernsthaft an der Kante probiert werden konnte. Die knappe Freizeit wurde stets für konsumfreundlicheres Gelände und Klettern nach Zahlen genutzt. Überraschend dann das Angebot von Alex, das trockene Herbstwetter für einen ernsten Angriff zu nutzten und damit auf eigene Projekte zu verzichten – vielen Dank dafür!

Im Bewußstsein der vermutlich einzigen und letzten Großchance für 2016, wurde in 3 Versuchen die optimale Lösung ausgetüftelt, geputzt und letztlich rotpunkt durchstiegen. Die Kletterei ist selbst für Juraverhältnisse nicht von der Stange. Der Abschlusswulst erfordert einen trickreichen Boulder mit trittfreiem Hangelausstieg. Entsprechend die Emotionen am Ausstieg, die sich noch einmal deutlich vom üblichen Umlenkerklippen unterschieden. Aufwand, Spannung, Zweifel – aufgestaut über die Zeit, wurden schlagartig frei!

Auf dem Heimweg am Waldrand, beim Verlassen des selbstgewählten Mikrokosmos wird klar, dass die Euphorie nur im Kontext ihre Existenzberechtigung hat. Dies findet im Routenname, sozusagen als Parodie auf den Vorschlag von 2011, Ausdruck: King for a Day 

KfaD_montage_colW

Sandsteinmonat

1. Oktober 2016, 21:58 Uhr | geschrieben von Steinchen

Elternzeit ist Kletterzeit. Nachdem dieser Grundsatz im ersten Monat etwas vernachlässigt wurde, gingen wir die Sache im zweiten Monat (Mitte August bis Mitte September) konzentrierter an. Erst Vorbereitung und Gewöhnung an den Sandstein in Sachsen, dann Entspannung und Ausklingen in Bleau. Am ex-heimischen Elbe-Fels wurde nicht viel aber beständig geklettert. Neben bekannten und vergessenem waren auch eine Reihe neuer Touren dabei (alles in moderaten Graden).
Auch beim mittlerweile fünften Bleau Besuch gab es wieder mehrere neue Gebiete. Thea war jeden Tag eifrig auf der Suche nach schönen Blöcken, Jonathan genoss die (nicht so sehr beaufsichtigte) Zeit im Wald und wir konnten manchen Boulder klettern oder sacken. Bestes Wetter erlaubte regelmässige Abkühlung im Zeltplatz-Bad.

Nachtrag: Pfalz im Juli/August

1. Oktober 2016, 21:02 Uhr | geschrieben von Steinchen

Zwischen den Elternzeitmonaten blieb im Juli/August zweimal Zeit, endlich mal in die Pfalz zum Klettern zu fahren und zu bärenbrunnern. Mit Pohls gab es einen Tag an den Büttelfelsen. Mit Barbara wurde der Lauterschwaner Rappenfels (Sächsische Manier und Nachbarn) und die Fladensteine (Hans im Glück, Direkter Südriss und linke Neutour) belagert. Das bewährte Seebad bot angenehme Abkühlung.

Gill Swing

26. September 2016, 21:01 Uhr | geschrieben von Enrico

Gill Swing – Inmitten der Bergseite über Dachüberhang (2H) zu Rißspur, diese weiter (H, S) zum abschüssigen BAnd (H) und den Normalweg kreuzend über Überhang direkt empor (2H, SU) z.G. – A2/V (10) So liest sich unser Freitagsprojekt noch im Fränkischen Kletterbuch von Rudl Buchner. Tatsächlich handelt es sich um einen Boulder von Flipper Fietz, der in den 80’ern von John Bacher zur Route erweitert wurde. Heute enden die explosiven Einstiegsmeter in einem verdreckten und vermosten Hakenmuseum, in das man nur mit triftigen Gründen einsteigen sollte. In unserem Fall war es die dauerbelegte Talseite und der Wunsch nach einem schnellen Neuner. Der Erfolg stellte sich dann dennoch erst kurz vor Sonnenuntergang ein – allerdings nicht ohne Fels und den Altvorderen ordentlich Haut und Tastsinn des Mittelfingers zu opfern. Leitspruch des sichernden Nils W.: “pain is temporary, glory lasts forever”!

Herbst an der Steinschleuder

25. September 2016, 22:25 Uhr | geschrieben von Micha

Bei fast zu warmen Wetter waren MichaW und ich gestern an der Steinschleuder. Zuerst war die Wünschelrute Ziel des Ansturmes und danach der Herbstweg mit originalem Einstieg. An der Wünschelrute geht es vom Band “von 0 auf 100 in 3 Metern”, wie Micha meinte. Aber dafür fast südfranzösisch gesichert. Im Herbstweg gibt es nach dem Nachholen eine schrecklich lose Struktur, die zu umgehen doch etwas zeit gekostet hatte. Die Kletterei war für den angegeben Grad da oben am Ring (VIIb) relativ schwer. Da war der Einstieg mit VIIIa unten leichter. Trotzdem Micha erst ab Mittag Zeit hatte, hatten wir vor dem Sonnenuntergang noch Zeit, am Mönch die Arbeitsteilung bis zum Absatz zu reißen. 3 Ringe auf 15 Meter, als quasi Sportkletten. Erst schöne kleine Löcher und Plättchen, dann ab dem 3 Ring sandige Plattenstapel. Leider war danach in Rathen (ca. 18:30 Uhr) kein Eisladen mehr offen.

Nachtrag

13. September 2016, 20:05 Uhr | geschrieben von Christoph

Auch an den vergangenen Wochenenden wurde trotz Hitze weiter geklettert. 

Am 3. September wurden an den Fladensteinen die üblichen Klassiker wie Diretissima, Nordriss oder Ilexweg wiederholt.

Eine Woche später erkundeten wir den Haselstein im Vorderweidentaler Gebiet. Die Crux war wohl der Zustieg. Neben dem Terrassenweg schien die Westecke noch einige lohnenswerte Routen in annehmbarer Felsqualität zu bieten, wohingegen der Ostgrat mit Nacherschliesserschrot wie Beates Kante selbst bei anhaltender Trockenheit kaum lohnt.

Am Dienstag, den 13.9., nutzen wir schließlich den kinderfreien Vormittag für traute Zweisamkeit im Schriessheimer Steinbruch auf der 4. Ebene. Hier ließ es sich trotz 30C noch ganz gut im Schatten klettern, bis die Sonne ab 14:00 Uhr auch die letzten Sektoren in einen Hohlspiegel verwandelte und wir schließlich nur noch ins Freibad flüchten konnten.

Bloßstock und ?

3. September 2016, 22:28 Uhr | geschrieben von Micha

Samstag bin ich schon recht zeitig in Schandau im Garten gewesen, um Karsten abzuholen. Obwohl ich schon vor 9 da war, war das Frühstück schon durch. Plan für den Tag war, endlich mal auf den Bloßstock zu kommen. Das hat bei mir bis jetzt noch nie geklappt und auch Karsten hatte mehr Misserfolge als Erfolge auf dem Gebiet. Wir sind schnell hoch und haben kurz vor der Zustiegs-Crux schon die erste Seilschaft getroffen. Also schnell rein in die Schlotte, hoch, noch ein Stück hoch, wieder ein Stück runter, rum um den Kreuzturm und ran an die Westwand. Da es warm werden sollte, wollten wir gleich einsteigen. Beim Anlegen des Gerassels (Karsten baute schonmal die Sicherung auf) tauchte auch schon die nächste Seilschaft auf, die in den Weg einsteigen wollte. Naja, also nichts wir ran. Der Quergang ging gut, obwohl ich mich auf den ersten Metern nicht so gut gefühlt habe. Aber nach hinten wurde es immer besser. Am Ring konnte ich erst einmal entspannen und Karsten nachholen. Zum 2. Ring ging es dann problemlos. Dort wird es reibig und fühlte sich nicht wirklich wie VIIc an. Nach einem ersten Abflug hat es beim zweiten Mal dann doch gereicht und wir haben am 3. Ring nochmal nachgeholt. Von dem ging es gut an einem Haufen Vogelmist vorbei zum 4. Ring und von dort war es nochmal weit bis zum Gipfel. Das Rinnensystem läuft dann aus und mangels guter Schlinge bedurfte die Wandkletterei nochmal etwas Konzentration. Karsten kam problemlos hinterher und wir starteten die Expedition zum Gipfel, bei der ich zwar nochmal falsch abgebogen bin, aber gut oben an kam. Nach dem Einschreiben schwelgten wir nochmal kurz in ollen Kamellen und seilten dann ab. Unten war es dann schon 12:30 Uhr, und eigentlich war ich schon kaputt. Also haben wir erstmal gegessen und beraten, wie es weiter geht. Nach nochmehr Essen und Abseilen war dann klar, dass meine Lust auf Abendteuer für den Tag erledigt war und dass Eis, Garten und Kaffee die Dinge sind, die den Tag abrunden. Und nicht so, wie letztes Mal, noch einen Sack aufhängen.

Kurzurlaub 

28. August 2016, 19:31 Uhr | geschrieben von Christoph

Mal wieder ein Wochenende mit dem Zelt am Bärenbrunnerhof verbracht. Einerseits wurde ausgiebig am Seehof-Weiher hinter der Burg Berwartstein gebadet. Andererseits gab der Lauterschwaner Rappenfels noch genug Schatten für eine Hand voll Routen her.

Helene und Annegret hatten viel Spaß mit Patrizia und Nele beim buddeln und Eidechsen bekochen. Der Dreck ging dementsprechend nur mit Vorwäsche im Weiher wieder ab.

Muskelschwund und Alzheimer

21. August 2016, 16:35 Uhr | geschrieben von Christoph

Vom 13.-20.8. trauten wir uns mal wieder in den Elbsandstein. Dank Tante Lisa war die Kinderbetreuung bestens geregelt. Hauptproblem stellte mal wieder die HuMiNi dar: es fehlten sowohl die Moral als auch die Erinnerung an bereits vorgestiegene Wege. 

Gleich zu Anfang stellte sich die Westkante am Zwerg, eine annehmbar gesicherte VIIa, als zu hochgegriffen heraus. Sven Bombach rettete den Tag mit der Talvariante. Wieder daheim musste ich feststellen, dass ich diese schon vor 13 Jahren problemlos vorgestiegen bin. Wenigstens hatten die Kinder ihre Erfolge: Annegret erklomm mit der Narrenkappe ihren ersten richtigen Gipfel.
Die Ferienwohnung in Pfaffendorf ermöglichte kurze fussläufige Ausflüge zum Pfaffenstein, wo Klassiker wie Förster Juniweg, Einsiedler Nordostweg oder Rauhe Zinne Verschneidungsweg, wie auch neue Quacken wie der Quader abgehakt werden konnten. Die ganzen Neuerschliessungen in dem Gebiet versauen mir jedoch total die Besteigungsstatistik…

Nach dem Sandmännchen konnten wir sogar 2x den Papst bei Sonnenunter- und Mondaufgang besteigen. Da der Nachwuchs trotzdem regelmäßig 6:00 Uhr wach war, blieb der Schlaf etwas auf der Strecke.

Das Bielatal wurde zusammen mit den ebenfalls zeitgleich anwesenden Gartenzwergen besucht, hauptsächlich zur Nachlese an der Johanniswacht. Außerdem gab es fast jeden Abend Pilze, sogar Pfifferlinge und Steinpilze.

Nach Maiks Geburtstagsfeier setzte pünktlich zu unserer Abfahrt der Regen ein. Bis dahin konnten wir uns über bestes Kletterwetter freuen.

Kreuzturm

14. August 2016, 22:49 Uhr | geschrieben von Micha

Heute bin ich MichaW gleich zweimal auf den Kreuzturm gefolgt. Erst die Direkte Variante zur Nordwand und dann die Westkante. Beides sehr schöne Wege, der erste ungesichert bis zum 1. Ring und nicht ganz trivial und der zweite immer wieder schwer, der dritte Ring komisch anzuklettern (man kann sich vorher 2 Meter über der letzten Schlinge auf ein Block setzen und ausruhen, aber dann kommen nochmal 2-3 Meter recht unübersichtliches Gelände) und zum 4. Ring war es gefühlt recht weit.